Sep
18
2008

Elektronikladen mal in angenehm

Wenn man hobbymäßig mit Elektronik herumbastelt, dann muss man auch ab und zu mal Kram wie Widerstände, Kondensatoren, Transistoren, Litze, Lötzinn, Platinen und so weiter kaufen.

In Köln kannte ich da nur CONRAD als Bezugsquelle. Früher war der in der Innenstadt und man musste eine halbe Stunde lang mit der Bahn dort hin fahren, die sich auch ständig verspätete. Mittlerweile wurde denen aber der Mietvertrag gekündigt, weshalb die nun etwas weiter außerhalb Kölns sind. Mit der Bahn kommt man dort nur noch sehr umständlich hin, zum Fahrrad fahren ist es im Winter etwas zu weit und deshalb ist die einzige wirklich praktikable Möglichkeit, dort hin zu gelangen, das Auto. Zu der Zeit, zu der ich die letzten paar Male dort hin gefahren bin, war ich Zivi, bzw. später habe ich für eine Firma im Kölner Süden programmiert (in der ich den Kickertisch aufgemotzt habe), was wiederum bedeutet, dass ich dort nur während der Berufsverkehr-Zeiten hinkam. Ein paar Bauteile einkaufen dauerte so zwei Stunden.

Doch damit nicht genug: An der Elektrotheke beim CONRAD ist es immer total voll. Hier ist Zettelchen ziehen angesagt, so wie man das auch beim Amt machen muss. Und wehe man schaut sich beim Warten ein wenig zwischen den Regalen um. Wenn die Nummer auf dem Display steht, die auch auf dem Zettelchen prangt und man sich nur drei Sekunden lang nicht meldet, ist sofort der nächste Wartende dran.

Ist man erstmal dran und gibt seine Liste an Bauteilen ab, auf der steht, was man denn nun kaufen möchte, dann wird man erstmal auf recht zickige Art und Weise darauf aufmerksam gemacht, dass man nächstes Mal gefälligst die Artikelnummern aufschreiben soll, anstatt die Bauteile direkt anzugeben. Da die Angestellten dort scheinbar nur über die Artikelnummern an die Regalnummer kommen, in der die Teile gelagert sind, dauert es deshalb immer ziemlich lange. Aber die Artikelnummern zuhause aus dem Katalog herauszufinden dauert manchmal auch ziemlich lange. Und man findet fast nie alle. 

Nach ewiger Warterei beim Warten bis man dran kommt und beim Warten bis man alle Teile hat – wobei man auch nur selten nachfragen darf, welche Variante eines Bauteils sich denn besser für einen bestimmten Einsatzzweck eignet – bekommt man alle Bauteile eingetütet und zusammen mit der Preisliste in eine Plastikbox gesteckt und geht damit an die Kasse. Auf dem Weg zur Kasse sieht man dann wie schrecklich teuer der ganze Kleinmist in der Summe ist.

Die Sonne ist längst untergegangen, wenn man endlich anfangen kann zu basteln.

Aber hier in Aachen ist alles anders. Beim Busfahren im Frühjahr habe ich einen Laden namens “TH-Electronic” entdeckt. Allerdings kaufe ich dort erst seit wenigen Wochen regelmäßig ein.

Hier ist alles anders als bei CONRAD. Der Laden ist sehr klein und persönlich. Hier arbeiten höchstens zwei Menschen gleichzeitig und ich musste fast noch nie warten.

Wenn man Bauteile bestellt, schreibt man direkt die Bauteile auf, kann sich eventuell Alternativbauteile zeigen lassen und die Eigenschaften in der Praxis erfragen, weil die Verkäufer sich damit auskennen und niemand schaut einen böse an, weil man etwas über die Bauteile, die man da gerade kauft, wissen will.

Ich wollte beim letzten Einkauf nicht um den Preis herumfeilschen, aber per Missverständnis kam das beim Verkäufer so an. Er war prinzipiell bereit dazu. Sowas geht bei CONRAD nicht. Und wenn die ein Bauteil nicht haben, dann heißt es nicht “gibt’s bei uns grad nicht”, sondern “können wir bis übermorgen hier haben”.

Vorhin beim Bezahlen wurde ich gefragt “Sind Sie Student?”. Ich dachte das ist eher eine Interessenfrage, aber als ich bestätigend antwortete, drückte der Verkäufer auf einen Knopf am Kassencomputer, der Preis sank und er sagte grinsend “Studenten haben bei uns 10% Rabatt! Erwähnen Sie in Zukunft beim Einkaufen, dass Sie studieren.”

Bam. Ich bin ab heute Stammkunde dort.

Tags:Aachen, Einkaufen, Elektrotechnik, Ich, Köln, Preis

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Written by Jacek in: Elektronik | Schlagwörter:, , , , ,

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