Mai
30
2008

Typisch Amt

Von Januar bis März habe ich als Software-Entwickler gearbeitet, da ich Geld für mein Studium brauche. Die Finanzierung wird nämlich schwierig.

Völlig abgesehen davon habe ich dann kurz nachdem ich nach Aachen gezogen bin, eine Steuernummer beim Aachener Finanzamt beantragt (Weil es in Köln nicht geklappt hat wegen ein paar Fehlern meinerseits und ich es in Aachen neu versuchen wollte da ich ja jetzt dort wohne). Dann brauchte man dort einen Monat, um mir bescheid zu sagen, dass ich das Formular nicht ganz richtig ausgefüllt habe und man von mir eine Korrektur erwartet.

Interessant ist, dass in einem Brief, für den man sich dort wohl einen Monat Zeit gelassen hat, eine Frist von weniger als zwei Wochen zum Antworten angegeben ist. 

Das mit der Korrektur war mit einem Telefonat erledigt, bei dem man mir sagte, dass ich in zehn Tagen meine Steuernummer haben werde. Nach zehn Tagen hatte ich meine Steuernummer noch nicht. Noch eine Woche später immer noch nicht. Nach mehr als der doppelten Zeit landete die Steuernummer dann so langsam per Brief in meinem Briefkasten und zwei Monate nach der Beantragung kann ich endlich legal Rechnungen schreiben.

Beamte. Wenn meine Kinder sowas mal werden wollen, dann kommen sie ins Heim.

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Mai
30
2008

Schüler fressendes Mega-Oktaeder im Zentralabitur

Ein gefährlicher Oktaeder, der in NRW-Zentralabiturs-Klausuren benutzt wird.Letztes Jahr wurde das Zentral-Abitur in Nordrhein-Westfalen eingeführt. Es gab eine Menge Geschrei. 2007 war ja auch mein Abiturjahrgang, deswegen haben meine damaligen Mitschüler und ich sehr wohl die Verzweiflung unserer Lehrer gesehen, da sie nicht wussten, worauf genau sie uns denn da vorbereiten sollten.

Wenn uns zitiert wurde, was denn bei Konferenzen so gesagt wurde, dann mussten wir alle grummeln. Genauso wie unsere Lehrer nunmal auch.

Entweder die Prüfungen, die nun an jedem Gymnasium und jeder Gesamtschule in NRW gleich sein sollten, wären zu schwer geworden, so dass die Landesregierung, die das Zentral-Abitur so eilig eingeführt hat, ordentlich blamiert wäre, weil so wenige ihr Abitur schaffen – oder das Abitur wäre so leicht geworden, dass jeder Vollidiot plötzlich ohne Arbeit ein 1,*-Abi bekommt. Womit die Landesregierung natürlich ebenfalls total blamiert wäre.

Als wir dann in den Prüfungen saßen, merkten wir alle, wie man dieses Dilemma auflöste: Die Klausuren sind so gestellt, dass Vollidioten hier und da ein paar tiefhängende Früchte pflücken und punkten konnten, aber andererseits mit so verdammt schweren anderen Details ausgestattet waren, dass nur ganz ganz wenige zu gute Noten bekamen. So kann man die Noten aller Abiturienten besser im Voraus planend am Durchschnitt ansiedeln. Welch geschickte Taktik. Ist der Öffentlichkeit überhaupt nicht aufgefallen.

Nun ja, dieses Jahr ist ja gerade frisch das zweite Zentral-Abitur in NRW vorbei. Okay, fast. Jetzt stehen erst noch einmal die Nachprüfungen an. Irgendwann kam aber dieser Skandal auf, dass die Mathematikprüfung viel zu schwer sei. In den Zeitungsartikeln (Hier: Westdeutsche Zeitung) wurde insbesondere eine Aufgabe erwähnt, in der es um Berechnungen im dreidimensionalen Raum mittels Vektor-Algebra geht:

Es wurden teilweise Eckpunkte eines Oktaeders im Raum definiert (Wie auf dem Bild zu sehen). Konkret: Die Punkte A, B, C und S1 sind gegeben und den Rest mussten die Schüler sich selbst herleiten, wenn sie noch mehr Koordinaten brauchten.

Alexander Paulitschek ging gelassen in seine Mathematik-Abiturprüfung: Mit einer glatten Eins vorbenotet, freute sich der Krefelder Schüler auf einen Siegeszug in seinem Paradefach.

Hier wird ein Schüler vorgestellt, der sich tierisch über die Aufgabe aufgeregt hat.

Zum Schluss blieb für die Oktaeder-Aufgabe nur noch eine halbe Stunde. Viel zu wenig. Der 19-Jährige, der Medizin studieren möchte, zuckt mit den Achseln [...]

Die eigentliche Aufgabenstellung dieser erwähnten Oktaeder-Aufgabe war in Aufgabenteil a.) und b.) gegliedert:

a.) Den Abstand zweier paralleler Seitenflächen eines Oktaeders nennt man „Dicke des Oktaeders“. Berechnen Sie die Dicke des abgebildeten Oktaeders als Abstand des Punktes C von der Ebene ABS1 . (8 Punkte)

Okay, es wird leicht nachvollziehbar der Begriff der Dicke eines Oktaeders definiert. Oder wem es nicht leicht vorkommt: Über diese Definition hat sich kein Schüler aufgeregt. Und es auch noch erklärt, wie man speziell die Dicke dieses Oktaeders ausrechnet. Einfach “Abstand des Punktes C von der Ebene ABS1″ ausrechnen.

Abiturienten lernen eigentlich, wie man den Abstand eines Punktes von einer Ebene ausrechnet. Zumindest die mit “Sehr gut” vorbenoteten. Man macht das mit der “Hesse-Normalform”, welche allen aufmerksamen Schülern als “HNF” in den Hinterkopf eingeht. Es ist keine Sache großer Intellektueller Vorarbeit oder ähnlich, sondern es geht so schnell, wie man nur den Bleistift über das Papier bewegen kann. Natürlich können das “Befriedigend”-Kandidaten aus dem Mathe-Grundkurs möglicherweise nicht, aber da haben sie ja auch ihre Note her. Schockierend ist, dass ein Einser-Kandidat dies und die folgende Teilaufgabe b.) …

Bestimmen Sie die Koordinaten der Eckpunkte P6 und P8 des abgebildeten Würfels. (8 Punkte)

… nicht in 30 Minuten schaffte. Wobei letztere Aufgabe durch Addition von ein paar Vektoren zu lösen ist.

Dieser Schüler fand es zu schwer. Viele andern fanden es ebenso zu schwer. Die Eltern fanden es dann natürlich auch zu schwer und die Lehrer sind froh, wenn diese Aufgabe als zu schwer galt, weil sie dann auch schön entlastet sind. Zumindest ein bisschen.

Mich stört hier aber ganz gewaltig, dass diese Aufgabe nicht zu schwer war. Sie war völlig legitim gestellt. Das eigentliche Problem ist, dass diese Diskussion total davon ablenkt, dass das ganze Schulsystem völlig verhunzt ist und niemandem auffällt, dass das Bewertungssystem Unterschiede zwischen verschiedenen Schulen auf dem Papier weg bügeln und flicken muss, anstatt dass man daran arbeitet, solche Unterschiede garnicht erst entstehen zu lassen. Das Zentralabitur wäre überhaupt kein Problem gewesen, wenn Kinder nicht schon ab der vierten Klasse solch extrem verschiedene, viel zu früh zukünftige Karrieren beeinflussende Wege gehen müssten.

Nein. Man beleuchtet weinende Gymnasiasten, die nur eine “Sehr gut” anstatt einer “Sehr gut plus” (Bzw. 15 Punkte) geschafft haben, weil das Klausurniveau über das buntfarbige Malen von Koordinaten in ein Koordinatensystem hinaus ging.

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Written by Jacek in: Politisches | Schlagwörter:, , , , , ,
Mai
25
2008

Ab zu LIDL

Gerade eben habe ich beim Herumlesen folgendes entdeckt: Kassenbug bei LIDL

Der Fehler tritt auf, wenn Sie an der Kasse Waren im Wert von 0 Euro (Null Euro) bezahlen. Dann streikt das System.

Das kann man sicherlich leicht erreichen, wenn man ein paar Pfandflaschen abgibt und für genau den Pfandwert, den man zurück bekommt, etwas einkaufen möchte. Dann passiert folgendes:

[...]die Kasse streikt und ruft nach “Autorisierung”.

Wer sich einen fiesen Spaß erlauben will und ein bisschen zu viel Zeit hat, geht mit so vielen Freunden zu LIDL, wie es dort Kassen gibt. ;)

Im verlinkten Blog-Eintrag ist weiter zu lesen, dass LIDL wahrscheinlich das Geld für die Korrektur nicht aufbringen möchte. Die Kassierer kennen das Problem nämlich bereits. Seit November 2007.

Und es hat sich sogar eine StudiVZ-Gruppe um dieses lustige Kassenproblem gebildet.

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Written by Jacek in: Leben | Schlagwörter:, , ,
Mai
24
2008

Riesen Bananenschießerei am Elisenbrunnen

Der Flashmob war ein voller Erfolg. Und es war verdammt lustig!

Fotos: http://picasaweb.google.de/jph.buschmann/Flashmob/photo?authkey=T7oZezlqWFk

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Written by Jacek in: Leben | Schlagwörter:, ,
Mai
23
2008

Bananen-Flashmob in Aachen

Am Samstag, dem 24.5. ist es so weit:Flashmob in Aachen
Eine Bananenschießerei in Aachen am Elisenbrunnen. Genauer (Quelle):

Um 14.00 Uhr begegnen sich Jay und Jenny am Elisenbrunnen. Das Erkennungszeichen ist der Standort. Wir werden uns zwischen den Säulen und dem Brunnen treffen (nicht auf der Empore, sondern auf dem Platz), demnach recht zentral, sodass wir von allen Seiten aus gesehen werden koennen. Eine Abbildung kommt aber noch. Sobald wir dann aufeinander zielen, habt ihr Zeit um eure Bananen zu zücken und jemanden unter Beschuss zu nehmen. Das alles läuft wie eine Kettenreaktion ab. Cool wäre es, wenn ihr euch um uns herum irgendwie aufstellen würdet, sodass es auch optisch toll aussieht (dennoch gut verteilt). Als Vorlage für diesen Flashmob nehmen wir die X-Box-Werbung, nur mit Bananen: 

http://de.youtube.com/watch?v=34KxmCQD0V8 

Sobald einer von uns beiden dann abgeschossen wird (oder beide) seid ihr frei, jeden, der unter eurem Beschuss ist und an dem Flashmob teil nimmt abzuknallen. Bedingung ist hierbei, dass ihr bei jedem Schuss den ihr macht, PENG oder BANG sagt / schreit / ruft. 

Ich werde morgen dort sein. Das wird ein Spaß.

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